Warum Armaturen altern
In jedem Wasserhahn arbeiten Dichtflächen, Gummiringe und eine Kartusche oder ein Keramikscheibenpaar. Sie sind Verschleißteile: Jede Betätigung reibt, jede Temperaturänderung dehnt und staucht das Material. Nach Jahren lassen die Dichtungen nach, und der Hahn tropft.
Dazu kommt der Kalk. Im Berliner Trinkwasser steckt viel gelöstes Calcium, das sich in warmem Wasser als weißer Belag absetzt. Er setzt sich in Perlator, Brausekopf und Kartusche fest, macht Bewegungen schwergängig und kratzt an Dichtflächen. Ein tropfender Hahn kann also ein Abnutzungsproblem sein, ein Kalkproblem oder beides.
Hinzu kommt der Einbauort. Eine Armatur am Waschtisch arbeitet unter anderen Bedingungen als der Mischer an der Badewanne oder die Spültischarmatur in der Küche, die dauernd mit Fett und Spülmitteln in Berührung kommt. Wer beobachtet, wann und wie es tropft, hilft dem Betrieb, das schadhafte Teil schneller zu benennen.
Perlator und Brause: Was Sie selbst entkalken können
Das Sieb an der Auslauföffnung, der Perlator, lässt sich von Hand abschrauben. Legen Sie ihn in ein Gefäß mit Essig oder Zitronensäure, bürsten Sie ihn ab und setzen Sie ihn wieder ein. Ähnlich geht das mit dem Brausekopf: Einlegen, einwirken lassen, abspülen. Beides ist in Wohnungen mit hartem Wasser ein Handgriff, der Strahlbild und Durchfluss wiederherstellen kann.
An der Armatur selbst ist damit Schluss. Wer eine Kartusche, Dichtungen oder das Eckventil eigenhändig ausbaut, riskiert Wasseraustritt und beschädigte Gewinde. Diese Arbeiten gehören in die Hand eines Fachbetriebs, besonders wenn das Wasser nach dem Lösen des Bauteils nicht mehr zu stoppen ist.
Eckventil: klein, aber der Schalter für das ganze Bad
Zwischen Hausleitung und Armatur sitzt das Eckventil, am Waschtisch ebenso wie am WC. Solange es dicht und gängig ist, lässt sich jede Reparatur an Hahn oder Spülkasten bequem vorbereiten. Ist es verkalkt oder undicht, wird aus einer Kleinigkeit schnell ein Wasserschaden.
Prüfen Sie bei Gelegenheit, ob es sich noch zudrehen lässt. Tropft es an der Spindel oder an der Überwurfmutter, ist ein Austausch angezeigt, den Sie nicht selbst vornehmen sollten: Dafür muss der Strang abgesperrt werden, und im Mehrfamilienhaus betrifft das auch die Nachbarn. Absprache mit der Verwaltung gehört dazu.
Mischer, Thermostat und WC-Spülung
Einhebelmischer und Thermostat steuern über denselben Mechanismus, was aus Warm- und Kaltwasser entsteht. Wird die Temperatur sprunghaft oder bleibt der Strahl kalt, obwohl der Warmwasserspeicher heiß ist, kommen Verkalkung, ein defektes Rückschlagventil oder eine verstopfte Kartusche in Betracht. Hebel, die schwer gehen oder ein Spiel zeigen, deuten auf Verschleiß hin.
Bei der WC-Spülung sind es Ablaufventil, Zulaufventil und Dichtung, die nachlassen. Das Wasser rinnt dann leise ins Becken, der Verbrauch steigt unbemerkt. Das Innenleben des Spülkastens bleibt Sache des Fachbetriebs; als Zwischenlösung kann das Eckventil zugedreht werden.
Silikonfugen: Die unterschätzte Dichtung
Zwischen Wanne, Dusche und Fliesen sitzt eine elastische Fuge aus Silikon. Sie nimmt Bewegungen auf und hält Spritzwasser vom Mauerwerk fern. Wird sie rissig oder löst sich vom Untergrund, wandert Feuchtigkeit hinter die Fliesen, wo man sie nicht sieht.
Dunkle Verfärbungen deuten auf Schimmel unter der Oberfläche. Wer das Silikon nur überstreicht oder nachspritzt, verdeckt die Ursache. Ein Fachbetrieb kann Altfugen entfernen, den Untergrund prüfen und neu abdichten. Bei Feuchtigkeit im Mauerwerk empfiehlt sich zusätzlich eine Messung, bevor Fliesen wieder geschlossen werden.
Auch Armaturenanschlüsse und Rosetten an der Wand verdienen einen Blick. Dringt dort Wasser hinter die Abdeckung, trocknet es nicht ab, sondern zieht in den Putz. Wer eine Verfärbung neben dem Wannenrand bemerkt, sollte sie fotografieren und der Verwaltung zeigen, bevor sie wächst.