Erst herausfinden, welche Anlage hinter dem Hahn arbeitet
Es gibt vier Bauarten, die im Berliner Wohnungsbestand vorkommen. Ein elektrischer Durchlauferhitzer erwärmt das Wasser erst beim Zapfen. Ein Warmwasserspeicher oder Boiler hält eine Menge vorrätig. Eine Gasetagenheizung heizt Radiatoren und Duschwasser mit demselben Gerät. Und in vielen Mehrfamilienhäusern gibt es eine zentrale Warmwasserbereitung, aus der Leitungen in alle Wohnungen führen.
Schauen Sie nach einem Typenschild im Bad oder in der Küche, fragen Sie die Nachbarn oder die Verwaltung. Die Antwort entscheidet, wer zuständig ist und welcher Fachbetrieb gebraucht wird.
Ebenso wichtig ist die Reichweite des Problems. Fehlt warmes Wasser nur in der Küche, während das Bad normal läuft, spricht das für ein Gerät oder eine Armatur an genau dieser Stelle. Fehlt es überall in der Wohnung, kommt die Anlage selbst oder ihre Stromversorgung in Betracht. Und fehlt es im ganzen Haus, liegt die Ursache außerhalb Ihrer Wohnung.
Durchlauferhitzer und Boiler: Strom ist die Warnung
Beim elektrischen Gerät kann die Ursache im Heizsystem, im Thermostat oder in der Stromzufuhr liegen. Auch Kalk spielt mit: Bei hartem Wasser setzt er sich an Heizstäben und Sieben ab und lässt Leistung und Durchfluss sinken. Tropft das Gerät oder tritt Wasser aus, ist der Fall ernst.
Dann gilt: Absperrventil schließen und, falls der Sicherungskasten trocken und gefahrlos erreichbar ist, den Strom ausschalten. Was am Gerät selbst geschieht, ist Elektro- und Sanitärarbeit und gehört in Fachhand. Ein Boiler, der Wasser verliert, braucht keine Eigenversuche, sondern eine fachliche Beurteilung.
Gasetage und Therme: Ein Fall für den Gas-Fachbetrieb
In manchen Altbauwohnungen sitzt die Therme in Küche oder Bad. Zeigt sie eine Störung, geht nicht an oder liefert kein Warmwasser, sind die Möglichkeiten für Mieter begrenzt: Stellen Sie nichts am Gerät ein, füllen Sie kein Heizwasser nach und öffnen oder verstellen Sie keine Gashähne. Ursachen reichen von Zündproblemen über Druckabfall im Heizkreis bis zu verkalkten Wärmetauschern.
Arbeiten am Gasgerät dürfen nur zugelassene Fachbetriebe für Gasinstallation ausführen. Bei Gasgeruch gilt eine andere Regel: Fenster öffnen, kein Licht, kein Schalter, Haus verlassen und von draußen 112 rufen.
Zentrale Warmwasserbereitung: Wenn ein ganzes Haus kalt duscht
Fällt in einem Mehrfamilienhaus mit Zentralanlage das warme Wasser aus, melden mehrere Parteien dasselbe. Das spricht für einen Fehler an Speicher, Wärmeerzeuger oder Zirkulationsleitung im Keller. Die Wohnung selbst ist dann nicht schuld, und eine einzelne Reparatur ändert nichts.
Der richtige Weg führt über die Verwaltung. Nach Auskunft des Berliner Mietervereins zählt eine defekte Warmwasseraufbereitung zu den typischen Mängeln; er rät, sie schriftlich anzuzeigen. Rechtlich beraten Mieterverein oder Anwaltskanzlei, was im Einzelfall folgt. Notieren Sie, seit wann und in welchen Wohnungen das Wasser kalt bleibt.
Kalt, lauwarm, schwankend: Was der Verlauf verrät
Pendelt die Temperatur, kann ein verkalkter Mischer oder Thermostat dahinterstecken. Bleibt das Wasser an einer einzigen Zapfstelle lauwarm, sitzt der Fehler eher in der Armatur als in der Anlage. Kommt es erst nach langem Ablaufen, ist unter Umständen die Leitung zwischen Erwärmer und Hahn lang oder die Zirkulation gestört.
Wer größere Anlagen betreibt, hat zusätzliche Pflichten: Sind Großspeicher oder lange Rohrstrecken zwischen Erwärmer und Zapfstelle im Spiel, verlangt die Trinkwasserverordnung Legionellen-Untersuchungen in festen Abständen. Betroffen sind vermietete Mehrfamilienhäuser mit solchen Anlagen, Ein- und Zweifamilienhäuser nicht.
Warmwasser, das lange braucht, bis es ankommt, verschwendet außerdem Wasser. Dahinter kann eine lange Strecke ohne Zirkulation stecken, aber auch ein Erwärmer, der weit vom Bad entfernt sitzt. Ein Fachbetrieb kann prüfen, ob eine Zirkulationspumpe arbeitet, ob Leitungen gedämmt sind und ob sich das Wasser unterwegs abkühlt.