Zwischen heiß und kalt: wenn der Durchlauferhitzer aussetzt
Das Wasser startet warm, wird nach wenigen Sekunden lau und kippt dann ins Kalte, oder das Gerät klickt und geht ganz aus. Solche Aussetzer wirken zufällig, haben aber meist einen nachvollziehbaren Hintergrund.
Beim elektrischen Durchlauferhitzer helfen einem Fachbetrieb vor allem genaue Beobachtungen weiter: wann das Gerät aussetzt, an welcher Zapfstelle und mit welchen Geräuschen.
Ein elektrischer Durchlauferhitzer speichert kein Wasser. Sobald der Hahn aufgedreht wird und genügend Wasser strömt, schalten Heizwendeln zu und erwärmen den Strahl im Vorbeifließen. Dafür zieht das Gerät sehr viel Strom, je nach Bauart über mehrere Phasen des Hausanschlusses.
Daraus folgen zwei Voraussetzungen: Das Wasser muss mit einer Mindestmenge fließen, und die Stromversorgung muss stabil sein. Fehlt eines von beiden, schaltet die Elektronik die Heizung lieber ab, als das Gerät zu gefährden. Das erklärt, warum bei kaum geöffnetem Hahn nichts Warmes ankommt.
Wenn der Durchfluss zu schwach ist
Ein zugesetzter Perlator, ein halb geschlossenes Eckventil oder verkalkte Leitungen drosseln den Strahl. Unterschreitet die Menge die Einschaltschwelle, bleibt die Heizung aus, oder sie schaltet im Takt ein und wieder ab. Dann wechselt das Wasser spürbar zwischen warm und kalt.
Den Perlator dürfen Sie abschrauben und in Essigwasser entkalken; das ist die einfachste Probe. Bessert sich der Strahl, war der Auslauf die Engstelle. Das Eckventil unter dem Becken stellen Sie nicht neu ein und tauschen es nicht, auch wenn es verdächtig wirkt. Dafür ist ein im Verzeichnis der Wasserbetriebe geführter Installateur zuständig. Auch ein Wasserzulauf, der kurz nach Arbeiten an der Leitung dünner wurde, gehört in Ihre Notizen.
Kalk im Gerät
Berliner Leitungswasser zählt laut den Wasserbetrieben zu den harten Wässern, mit einer Gesamthärte ab 14 °dH. Beim Erhitzen fällt der gelöste Kalk aus und setzt sich auf Heizwendeln und Sieben im Gerät ab. Die Wärme gelangt dann schlechter ins Wasser, Sensoren melden Überhitzung, die Leistung wird zurückgeregelt oder ganz abgeschaltet.
Entkalken lässt sich das Innere nur, wenn das Gerät geöffnet wird. Das ist ausdrücklich nichts für Bewohner: Unter der Abdeckung liegen Netzspannung und Wasseranschluss eng beieinander. Zeigt sich Kalk am Duschkopf, ist das ein Hinweis, den Sie dem Fachbetrieb mitgeben können.
Kurz gesagt Ein Durchlauferhitzer braucht genug Durchfluss und volle Netzspannung. Verkalkter Perlator und ausgelöste Sicherung lassen sich prüfen. Am Gerät selbst stellen Sie nichts ein; Öffnen und Messen gehören einer Elektrofachkraft.
Sicherung, Phasen und Zuleitung
Wenn gar nichts mehr geht, schauen Sie in den Sicherungskasten der Wohnung, aber nur, wenn er trocken und gefahrlos erreichbar ist. Fällt eine Sicherung beim Einschalten des Geräts immer wieder heraus, schalten Sie sie nicht wiederholt neu zu. Das deutet auf einen Defekt hin, den eine Elektrofachkraft messen muss.
Auch bei Altbauten mit älterer Elektrik kann es sein, dass eine Phase fehlt. Das Gerät heizt dann nur mit einem Teil der Leistung, das Wasser bleibt lau. Ob Zuleitung, Klemmen oder Sicherungen die Ursache sind, lässt sich ohne Messgerät nicht klären.
Zwei Hähne gleichzeitig
Hängt ein Durchlauferhitzer an mehreren Zapfstellen, verteilt sich das Wasser auf beide, sobald zwei Hähne offen sind. Pro Hahn kommt weniger an, und die Heizung kann unter ihre Schwelle fallen. Das Gerät ist dann nicht defekt, es ist schlicht für diese Last nicht ausgelegt.
Probieren Sie, jeweils nur eine Armatur zu öffnen. Bleibt das Wasser dann zuverlässig warm, liegt die Ursache in der Auslegung der Anlage. Auch die Spülmaschine oder die Waschmaschine, die Warmwasser ziehen, können den Durchfluss im Moment des Duschens schmälern. Ob eine andere Geräteleistung nötig ist, entscheidet ein Fachbetrieb vor Ort, nicht die Faustregel aus dem Netz.
Was Sie notieren können
Ein paar Beobachtungen ersparen dem Fachbetrieb das Raten. Tritt das Problem an allen Zapfstellen auf, die das Gerät versorgen, oder nur an einer? Passiert es bei kleinem Durchfluss, bei vollem Strahl oder erst nach längerem Duschen? Gibt das Gerät Geräusche von sich, klickt ein Relais, leuchtet eine Kontrolllampe?
Halten Sie auch fest, ob zuletzt jemand an der Wasserleitung oder am Zähler gearbeitet hat, und ob nebenan ein anderes Gerät mit hoher Leistung lief, etwa ein Backofen. Was in der Wohnung nicht eindeutig zu klären ist, melden Sie schriftlich Ihrer Hausverwaltung; bei Mietwohnungen gehört ein Defekt an der Warmwasserbereitung dort hin.
Ab hier gehört es in Fachhände
Bleibt das Wasser trotz sauberem Perlator lau, fallen Sicherungen heraus, riecht das Gerät heiß oder tritt Wasser am Gehäuse aus, ist Fachwissen gefragt. Die elektrische Seite prüft eine Elektrofachkraft, die Wasseranschlüsse ein Betrieb aus dem Installateurverzeichnis. Öffnen Sie das Gerät nicht selbst.