Kalk in Berlin: warum das Wasser Spuren hinterlässt
Weiße Ränder am Hahn, ein Duschkopf mit zugesetzten Düsen, eine Kruste im Wasserkocher: Wer in Berlin wohnt, kennt das. Die Ursache liegt im Wasser, nicht in minderwertigen Geräten.
Die Härte lässt sich nicht abstellen, aber sie lässt sich im Alltag und mit etwas Pflege in Grenzen halten.
Wasserhärte beschreibt, wie viel gelöstes Calcium und Magnesium im Wasser steckt. Die Berliner Wasserbetriebe geben die Gesamthärte für das Stadtgebiet mit 14 °dH und mehr an, das Wasser zählt damit zur Stufe „hart“. Die traditionelle Einteilung kennt weich unter 8,4, mittel zwischen 8,4 und 14 und hart über 14 Grad deutscher Härte.
Die Härte stammt überwiegend aus Calciumcarbonat, also Kalk, den das Grundwasser auf seinem Weg durch den Boden löst. Weil Berlin sein Wasser aus Grundwasser gewinnt und in mehreren Wasserwerken aufbereitet, schwanken die Werte zwischen den Versorgungsgebieten ein wenig.
Wie groß der Unterschied ausfallen kann, zeigt eine Pressemitteilung der Wasserbetriebe aus dem Jahr 2013: Das Wasserwerk Wuhlheide lieferte mit 24 °dH das mit Abstand härteste Wasser der Stadt. Das ist ein Messwert aus jenem Jahr, kein Richtwert für heute. Für Calcium nennen die Wasserbetriebe in ihrer Analyse rund 116 Milligramm je Liter.
Wo Kalk Schaden anrichtet
Kalk fällt aus, wenn Wasser erwärmt wird oder verdunstet. Deshalb sitzt er an Wasserkochern, Heizstäben im Warmwasserspeicher, in Durchlauferhitzern und an Duschköpfen. Auch Perlatoren, die kleinen Siebe an der Armatur, setzen sich zu, bis der Strahl dünn oder schief wird.
Im Warmwasserspeicher bildet sich am Heizstab eine Schicht, die Wärme schlecht weiterleitet. Das Gerät braucht länger, der Verbrauch steigt, die Wärme sinkt. In Durchlauferhitzern verengt Kalk die Düsen, sodass das Gerät nur noch lauwarmes Wasser liefert. Bei Armaturen können Kartuschen verkalken und sich schwer bewegen lassen.
Auch Geräte mit Heizelement trifft es: Waschmaschine und Geschirrspüler erwärmen Wasser und lagern Kalk an Heizstäben ab. Als Gegenmaßnahmen nennen die Wasserbetriebe Regeneriersalz für die Spülmaschine und eine Dosierung nach Härtebereich. An Duschwand und Armatur hinterlässt verdunstetes Wasser weiße Ränder, ohne dass dabei etwas defekt sein muss.
Was Sie im Alltag tun können
Im Haushalt zählt die Dosierung. Die Berliner Wasserbetriebe raten dazu, Waschmittel und Reiniger dem Härtebereich anzupassen, Regeneriersalz in die Spülmaschine zu geben und Kocher und Kaffeemaschine mit Zitronensäure oder Essig von Belägen zu befreien. Wer mehr Mittel nimmt als nötig, spart nichts und belastet nur das Abwasser.
Am Wasserhahn dürfen Sie den Perlator selbst abschrauben, in Essig oder Zitronensäure legen, abspülen und wieder aufdrehen. Trocknen Sie Armaturen nach dem Duschen ab, damit Tropfen keine Flecken hinterlassen. Die Analysedaten Ihres Viertels zeigt eine Abfrage nach Postleitzahl bei den Wasserbetrieben.
Kurz gesagt Berliner Trinkwasser ist hart, weil es viel gelöstes Calcium enthält. Dosierte Reinigungsmittel, ein entkalkter Perlator und Salz in der Spülmaschine begrenzen Kalk; an Boiler und Durchlauferhitzer arbeitet ein Fachbetrieb.
Entkalkungsanlagen und Enthärter: sinnvoll oder nicht?
Bei Verbrauchern entsteht schnell der Eindruck, nur eine Enthärtungsanlage könne helfen. Tatsächlich hängt der Nutzen vom Haus ab. Eine zentrale Anlage greift in die Trinkwasser-Installation ein; sie braucht Planung, Wartung und einen Betrieb, den die Wasserbetriebe in ihr Installateurverzeichnis aufgenommen haben.
Für einen kleinen Haushalt reicht schon die konsequente Pflege der Geräte. Wer sehr kalkempfindliche Geräte nutzt, kann mit einem Fachbetrieb besprechen, ob eine Enthärtung für das ganze Haus oder nur für ein Gerät sinnvoll wäre. Mieter klären so etwas mit der Hausverwaltung, weil es die Hausinstallation betrifft.
Warum Kalk im Altbau besonders auffällt
In älteren Häusern können Rohre mit rauer Innenfläche liegen. Kalk lagert sich dort leichter an, besonders in Warmwasserleitungen mit wenig Durchfluss. Eine verzinkte Stahlleitung kann mit den Jahren durch Ablagerungen enger werden, was sich als schwacher Druck an der Dusche zeigt.
Ob eine Leitung verkalkt oder aus anderen Gründen schwächelt, lässt sich von außen nicht sagen. Ein Fachbetrieb kann Durchfluss und Druck messen und den Zustand beurteilen. Mit Haushaltsmitteln werden Sie dem Kalk in der Wand nicht beikommen, und Chemie gehört nicht in die Leitungen.
Zwischen mittel und hart: die Einteilung im Waschmittelrecht
Neben der Gradzahl kennt das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz zwei Bereiche für Berlin: mittel zwischen anderthalb und zweieinhalb Millimol Calciumcarbonat pro Liter, hart oberhalb davon. Diese Angaben stehen auf Waschmittelpackungen und helfen bei der Dosierung.
Wer Packungsangaben und Härtebereich abgleicht, vermeidet Überdosierung, die Rückstände in Maschine und Wäsche hinterlässt. Auch Geschirrspüler und Kaffeevollautomat haben Härtestufen, die sich einstellen lassen; die Anleitung nennt, wie die Härte zu hinterlegen ist, und Teststreifen aus dem Handel machen sie messbar.
Ab hier gehört es in Fachhände
Ein Fachbetrieb ist gefragt, wenn Speicher oder Durchlauferhitzer verkalkt wirken, der Druck an mehreren Stellen nachlässt oder Armaturen sich kaum noch bewegen lassen. Entkalkungsanlagen und Eingriffe an Warmwassergeräten gehören nicht in Laienhände, weil Gas, Strom und Trinkwasser im Spiel sind. Wartungsintervalle für Enthärtungsanlagen lassen sich mit dem Fachbetrieb abstimmen.