Zähler läuft, Hähne sind zu: dem unsichtbaren Verbrauch auf der Spur
Alle Hähne sind zu, Waschmaschine und Geschirrspüler stehen still, und trotzdem rückt die Anzeige am Wasserzähler weiter. Dahinter steckt fast immer eine Stelle, an der Wasser unbemerkt austritt oder durchläuft.
Mit zwei Beobachtungen und einem Handgriff am Ventil lässt sich eingrenzen, auf welcher Seite des Ventils sie liegt. Eine sauber notierte Messung hilft Hausverwaltung und Fachbetrieb; an der Installation selbst bleibt alles, wie es ist.
Ein Wasserzähler besteht aus einem Rollenwerk mit schwarzen und roten Ziffern, die den Verbrauch festhalten. Dazu gehört ein kleines Rädchen oder ein Stern, der sich schon bei winzigen Mengen dreht. Genau dieses Rädchen ist Ihr Messfühler: Bewegt es sich, obwohl nirgends gezapft wird, fließt Wasser.
Notieren Sie vorab den Stand und beobachten Sie ihn eine Weile. Wandert die Zahl hinter dem Komma, ist der Verlust klein, rasen die Ziffern, ist er groß. Machen Sie ein Foto der Anzeige mit Datum, es dient später als Beleg.
Bei manchen Zählern sitzt die Anzeige hinter einer Klappe oder unter Staub. Wischen Sie vorsichtig mit einem trockenen Tuch darüber und öffnen Sie nichts, was plombiert ist.
Wohnungsventil schließen und vergleichen
Die einfachste Prüfung braucht nur ein Ventil. Schließen Sie das Absperrventil der Wohnung, sofern Sie es kennen, und schauen Sie wieder auf den Zähler. Bleibt das Rädchen stehen, sitzt die undichte Stelle auf Ihrer Wohnungsseite: an einer Leitung, einer Armatur, einem Gerät oder im Spülkasten. Rotiert er weiter, ist auch eine Leitung davor als Ursache möglich, etwa ein Steigstrang oder eine Verbindung im Keller.
Öffnen Sie das Ventil nach dem Test wieder, damit die Wohnung Wasser hat.
Die kleinen Dauerläufer in der Wohnung
Hinter dem Ventil sind es meist unscheinbare Stellen. Ein Spülkasten, dessen Ventil nicht richtig schließt, lässt ein dünnes Rinnsal in die Schüssel laufen. Ein tropfender Hahn summiert sich über Tage zu mehreren Litern. Auch ein Eckventil mit feuchter Spindel, ein poröser Geräteschlauch oder ein undichter Boiler-Anschluss kommen in Betracht.
Sehen Sie in der Schüssel nach feinen Rinnspuren, tasten Sie Anschlüsse vorsichtig mit trockenem Papier ab und achten Sie auf Kalkfahnen. Leise rieselnde Geräusche aus dem Spülkasten sind ein deutlicher Hinweis. Fassen Sie aber nichts im Innenleben an: Dichtungen und Ventile zu tauschen ist Sache eines Fachbetriebs.
Kurz gesagt Läuft der Zähler bei geschlossenen Zapfstellen weiter, geht irgendwo Wasser verloren. Das Wohnungsventil trennt die Fälle: Bleibt das Prüfrädchen danach stehen, liegt die Stelle dahinter; dreht es sich weiter, kann der Verlust auch vor dem Ventil liegen.
Eine Gegenprobe ohne Technik
Wer sichergehen will, macht die Messung zweimal. Notieren Sie den Stand abends, wenn alle Geräte ruhen, und lesen Sie ihn morgens noch einmal ab, ohne zwischendurch zu zapfen. Eine Differenz zeigt, dass dauerhaft Wasser verloren geht, auch dann, wenn der Zähler tagsüber nur zögerlich zu laufen schien.
Beachten Sie, dass Nachbarn, die denselben Strang nutzen, in dieser Zeit Wasser entnehmen können, ohne dass es Ihnen auffällt. Bei einem Zähler pro Wohnung stört das nicht. Schreiben Sie beide Werte mit Uhrzeit auf, denn Hausverwaltung und Fachbetrieb arbeiten mit solchen Zahlen deutlich leichter als mit einem allgemeinen Eindruck.
Läuft der Zähler weiter: Leitungen vor dem Ventil
Bleibt der Zähler auch bei geschlossenem Wohnungsventil in Bewegung, liegt der Verlust nicht in Ihrer Wohnung. In Betracht kommen eine Verbindung in der Steigleitung, ein Anschluss im Keller oder ein weiterer Mieter im Haus, dessen Wasser über denselben Zähler läuft. Gerade bei Sammelzählern fällt das auf.
Dann ist die Hausverwaltung die richtige Adresse. Gemeint ist die Installation hinter dem Hauptzähler, für die die Eigentümerseite sorgt. Mit einem Foto der Anzeige und Ihrer Beobachtung zum Ventil erleichtern Sie die Suche erheblich.
Wer ist für den Zähler zuständig?
Der Hauptwasserzähler ist Eigentum der Berliner Wasserbetriebe, die ihn nach Eichrecht in festen Abständen austauschen. Wohnungswasserzähler im Mietshaus liegen in der Zuständigkeit des Vermieters. Fällt Ihnen eine auffällige Anzeige auf, wenden Sie sich deshalb zuerst an die Hausverwaltung.
Geht es um die Anschlussleitung zwischen Straße und Zähler, stimmen sich die Eigentümer mit den Wasserbetrieben ab. Dahinter setzt die Hausinstallation ein; Arbeiten daran sind Betrieben vorbehalten, die das Installateurverzeichnis der Wasserbetriebe führt. Plombierte Teile am Zähler lassen Sie unangetastet.
Ab hier gehört es in Fachhände
Ein Fachbetrieb ist gefragt, wenn der Zähler bei geschlossenem Wohnungsventil nicht stillsteht, wenn feuchte Wände oder Flecken auftreten oder wenn Sie die Undichtigkeit nicht sichtbar finden. Eine Leckortung kann den Verlauf der Leitung prüfen, ohne dass Wände unnötig geöffnet werden. Melden Sie das Ergebnis Ihrer Beobachtung der Hausverwaltung.