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  3. Rohrbruch in der Wohnung: die ersten Handgriffe

Wenn Wasser läuft

Rohrbruch in den eigenen vier Wänden: Was jetzt zählt und was nicht

Ein Zischen in der Wand, ein Rinnsal am Sockel, ein dunkler Fleck, der sich ausbreitet: Bei einem Rohrbruch kommt es auf Besonnenheit an, nicht auf Heldentaten. Ein paar wenige Handgriffe begrenzen den Schaden und sind für jeden Bewohner machbar.

Alles andere ist Sache von Fachleuten und Hausverwaltung.

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Geöffnete Wand: Klempner hält ein neues Kupferrohr an die geplatzte Leitung – Rohrbruch in der Wohnung

Zuerst das Wasser abstellen

Wo Wasser austritt, wird es nicht weniger, solange Druck auf der Leitung liegt. Deshalb kommt zuerst das Absperrventil. Tropft es am Becken, an der Spüle oder am WC, reicht das kleine Eckventil unter dem Gerät: Es wird im Uhrzeigersinn zugedreht, bis es nicht weiter geht. Liegt die Stelle in der Wand und ist keine Armatur zuzuordnen, schließen Sie das Hauptventil der Wohnung.

Drehen Sie ruhig und ohne Gewalt. Ein festsitzendes Ventil, das sich nicht bewegt, sollten Sie nicht mit einer Zange malträtieren, weil dabei Gewinde oder Spindel abbrechen können. Dann hilft nur das nächste Ventil entgegen der Fließrichtung davor, etwa am Steigstrang im Keller; solche Strangventile bedient die Hausverwaltung.

Wohin mit dem Wasser?

Ist der Zufluss gestoppt, sammelt sich noch Restwasser in den Leitungen und tropft nach. Stellen Sie Eimer, Wannen oder Kochtöpfe unter die Austrittsstelle und legen Sie Handtücher aus, damit Parkett, Dielen oder Teppich nicht weiter durchfeuchten. Wer Möbel verschieben kann, ohne sich zu gefährden, zieht sie aus dem Nassbereich.

Eine Wohnung im Altbau mit Holzbalkendecke nimmt Wasser anders auf als ein Plattenbau mit Betondecke: Im ersten Fall kann es unbemerkt in die Deckenfüllung ziehen, im zweiten kann es über Fugen und Schächte weiterlaufen. In beiden Häusern gilt dasselbe, nämlich möglichst wenig Wasser auf dem Boden stehen zu lassen.

Strom und Nässe: Vorsicht an Lampe und Steckdose

Wasser, das aus der Decke tropft, kann Leuchten, Abzweigdosen und Steckdosen erreichen. Schalten Sie Strom nur über den Sicherungskasten aus, wenn dieser trocken ist und Sie ihn gefahrlos erreichen. Steht der Kasten im Nassen oder ist der Weg dorthin feucht, bleiben Sie weg.

Sehen oder hören Sie Wasser an Lampe oder Steckdose, berühren Sie nichts. Das ist ein Fall für eine Elektrofachkraft. Gleiches gilt, wenn Sicherungen fallen oder es nach Verschmoren riecht. Lassen Sie Kinder und Haustiere aus dem Raum und informieren Sie, wenn es sein muss, die Nachbarn, damit auch diese keine feuchten Geräte anfassen.

Kurz gesagt Erst das Absperrventil schließen, dann Wasser auffangen, Strom nur bei trockenem Sicherungskasten abschalten, den Schaden fotografieren und die Hausverwaltung informieren. Reparaturen an der Leitung gehören in die Hand eines Fachbetriebs.

Ventil zu und es tropft weiter: Was das heißt

Der Zustand nach dem Schließen verrät etwas über den Ort der Schadstelle. Hört der Austritt auf, nachdem Sie ein Absperrventil geschlossen haben, liegt die Stelle hinter diesem Ventil, also zwischen Ventil und Verbraucher. Fließt trotz zugedrehtem Ventil weiter Wasser, kommt ein Leitungsabschnitt davor in Betracht, beispielsweise den Strang zwischen Wasserzähler und Wohnung oder den Steigstrang im Haus.

Mehr Diagnose braucht es für Sie nicht. Notieren Sie, welches Ventil Sie geschlossen haben und ob der Austritt aufgehört hat; dieser Satz hilft später dem Fachbetrieb und der Verwaltung. Das Raten über Rohrmaterial und Alter überlassen Sie den Fachleuten, die den Zustand mit Druck- und Sichtprüfung beurteilen können.

Fotos, Nachbarn, Hausverwaltung

Fotografieren Sie Austrittsstelle, nasse Flächen, betroffene Möbel und gegebenenfalls das geschlossene Ventil. Die Bilder sind später Grundlage für Gespräche mit Verwaltung und Versicherung. Zeigt sich im Mietshaus ein Wasserschaden, melden Sie ihn der Hausverwaltung; das ergibt sich aus Ihrer Pflicht, Mängel anzuzeigen (§ 536c BGB).

Klingeln Sie bei den Nachbarn unter Ihnen: Was bei Ihnen aus der Leitung tritt, kann dort schon durch die Decke kommen. Schließen Sie in dem Fall gemeinsam das Ventil, und vermeiden Sie, ohne Rücksprache Material wegzuwerfen, das beschädigt wurde. Es gehört zur Dokumentation des Schadens.

Nach dem Austritt: Feuchte nicht überdecken

Ist das Wasser gestoppt, wirkt die Stelle oft schnell wieder unauffällig. Doch Feuchte zieht in Putz, Dämmung und Fußbodenaufbau und bleibt dort länger, als die Oberfläche vermuten lässt. Streichen Sie nasse Wände deshalb nicht über und legen Sie keinen neuen Bodenbelag, bevor ein Fachbetrieb die Feuchte beurteilt hat.

Lüften Sie den Raum, solange keine Stromgefahr besteht, und halten Sie fest, wann Sie was beobachtet haben: Uhrzeit des Entdeckens, geschlossenes Ventil, Stand des Wasserzählers. Solche Notizen erleichtern es der Verwaltung, die Ursache einzugrenzen und weitere Schritte, etwa die Trocknung, abzustimmen.

Ab hier gehört es in Fachhände

Sobald Wasser aus Wand, Decke oder Boden tritt und Sie die Stelle nicht mit einem Ventil abstellen können, ist ein Fachbetrieb gefragt. Gleiches gilt, wenn das Ventil klemmt oder Feuchte bleibt. Liegt die Stelle womöglich vor dem Zähler, klären Eigentümer das mit den Berliner Wasserbetrieben. Wer an der Trinkwasseranlage hantieren darf, regelt das Installateurverzeichnis der Wasserbetriebe; ohne Eintrag dort bleibt der Betrieb außen vor.

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